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Voraussetzungen
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Geschrieben von: Martina   
Donnerstag, den 07. Januar 2010 um 13:45 Uhr

 

Zuchtgenehmigung / Ausnahmegenehmigung

In Deutschland dürfen Papageien nicht ohne Zuchtgenehmigung gezogen werden, auch wenn die Küken im eigenen Bestand bleiben. Die Küken müssen beringt werden. Dies geht aus dem § 17 g Abs. 1 des Tierseuchenschutzgesetzes (TierSG) und § 2 Psittakose-Verordnung hervor.

 

 

Psittakose ist eine ernstzunehmende bakterielle Erkrankung, die auf den Menschen übertragbar ist.

 

Wird gegen die Beringungspflicht verstoßen, so stellt dies eine Ordnungswidrigkeit dar, die entsprechend geahndet wird.

 

Sind die Eier tatsächlich unbemerkt vom Halter gelegt worden und bereits Nachwuchs geschlüpft, muss man eine Ausnahmegenehmigung beantragen.

 

Zuchtgenehmigung und Ausnahmegenehmigung werden vom für den Wohnort zuständigen Veterinäramt bzw. Ordnungsbehörde erteilt. Die Zuchtgenehmigung gilt nur für den Wohnort, wo sie beantragt wurde. Die Ausnahmegenehmigung nur für eine Brut.

 

Damit eine Erteilung erfolgen kann, sind nach § 17 g Abs. 2 des Tierseuchenschutzgesetzes folgende Voraussetzungen notwendig: Der Antragsteller muss volljährig sein und evtl. sogar ein persönliches Führungszeugnis vorlegen. Zudem muss der Vogelhalter eine Prüfung hinsichtlich Psittakose (Erkennung, Bekämpfung, Vorsichtsmaßnahmen) und eine Sachkundeprüfung ablegen. Für den Fall des Ausbruchs der Psittakose muss ein Quarantäneraum vorweisbar sein. Ein Quarantäneraum sollte gefliest sein, damit er leicht zu reinigen und zu desinfizieren ist. Während der Quarantänezeit darf der Raum nicht anderweitig genutzt werden.

 

Wurde die Zuchtgenehmigung bzw. die Ausnahmegenehmigung erteilt, können offene Ringe unter Vorlage der entsprechenden Genehmigung beim Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschland e.V. (ZZF) erworben werden. 

Geschlossene Ringe bekommt man nur, wenn man Mitglied in den eingetragenen Züchtervereinen ist (AZ, DKB, VZE).


 

Zucht- oder Ausnahmegenehmigung schützt vor Schaden nicht ! 

 

Das Erlangen der Zuchtgenehmigung ist keine Garantie für eine erfolgreiche Brut. Nicht jede Kükenaufzucht verläuft ohne Komplikationen. Wer blauäugig an die Zucht herangeht, wird oft mit Problemen konfrontiert, die letzendlich das Überleben der Küken oder der Henne gefährdet.

Der angehende Hobbyzüchter sollte nicht nur über die Zuchtgenehmigung sondern auch über ein Notfallset (z.B. Aufzuchtfutter, Wärmestrahler, Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsmesser), Quarantäneraum, erfahrenen Züchter und vogelkundigen Tierarzt in der Nähe verfügen.

Werden mehr als zwei Nymphensittiche gehalten, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die Vögel während der Brut sehr aggressiv gegenüber ihren Mitbewohnern (sowohl Mensch als auch Vogel) werden können. Es könnte notwendig sein, das brütende Paar von den anderen Nymphensittichen räumlich zu trennen. Von daher muss eine zweite Voliere und ein zweites Zimmer, das vogelgerecht ist, für Wochen als Ersatzraum zur Verfügung stehen.

Eine Brut in der Käfigecke oder sonstigen höhlenartigen Spalten usw. ist zu stressig für die Vogeleltern. Gelege an solchen Plätzen endeten bereits damit, dass die Küken von Vater oder Mutter totgebissen wurden. Den Nymphensittichen muss ein richtiger Brutkasten angeboten werden. Am besten ist es, man kauft/baut gleich zwei Brutkästen, damit die Reinigung schneller von statten gehen kann.

Gedanken machen muss man sich auch darüber, was mit den Küken passiert, wenn die Eltern nicht mehr oder nicht genügend füttern. Dies kommt leider vor. Hat der Vogelhalter Zeit, die Küken alle zwei bis vier Stunden zu füttern - auch nachts? Bekommt er problemlos Urlaub oder Schulfrei?

Schon Wochen vor der Brut müssen die Elterntiere auf eine proteinreiche Kost umgestellt werden, damit sie die körperlich anstrengende Zeit der Brut und Jungenaufzucht gut überstehen. Dies ist ein Punkt, der leider oft mißachtet wird. Gerade, wenn es zu "Überraschungseiern" kommt, sind die Nymphensittiche oftmals nicht kräftig genug, die anstrengende Brutzeit und Jungenaufzucht gut zu überstehen.

Vor der Brut steht naturgemäß das Eierlegen. Bekommt die Henne zu wenig Nährstoffe, kann es zu einer sehr schmerzhaften Legenot kommen. Durch das Verrutschen des Eies im Körper der Henne werden Nervenstränge abgeklemmt, die durch die Wirbelsäule laufen und in die Beine führen. Beinlähmungen sind die Folge. Wird die Legenot nicht rechtzeitig erkannt, stirbt die Henne. Hier heißt es, die Henne innerhalb von Minuten nach Erkennen einer Legenot zu einem vogelkundigen Tierarzt zu bringen.

Werden die Eier während der Brut nicht richtig gewärmt, könnte es sein, dass auch die geschlüpften Küken nicht gehudert werden. Gerade junge, unerfahrene Elterntiere sind mit der Brut oft überfordert und die Küken sterben.

Nimmt sich der Vogelhalter der Küken an, muss er rund um die Uhr für sie da sein. Leider kann es passieren, dass der Kropf der Küken durch zu viel Aufzuchtfutter überdehnt wurde, was im adulten Alter zu Verdauungsstörungen führen kann. Auch Verbrühungen des Kropfes und mit Luft gefüllte Kröpfe sind möglich.

 

Die Handaufzucht vom Schlupftag bis zum 9. Lebenstag ist zum scheitern verurteilt. Erst ab dem 10. Tag besteht eine geringe Chance, die Küken groß zu bekommen.

 

Den Küken fehlt jedoch die wichtige Kropfmilch der Elterntiere, die vor Krankheiten schützt. Mangelerscheinungen und eine schwere Fehlprägung auf den Menschen sind die Folge einer Handaufzucht. Die Vögel sehen sich selbst als Mensch an und handeln nicht wie ein Vogel. Die Vergesellschaftung mit Artgenossen ist schwierig bis unmöglich. Handaufzuchten sind schon allein aus diesem Grunde zu vermeiden.


Auch bei von den Elterntieren aufgezogenen Küken kann es zu Erkrankungen kommen (z.B. Rachitis, Spreizbeine).

 

Leider passiert es gar nicht so selten, dass die Küken von ihren Eltern blutig gerupft werden. Meist geschieht dies, um die Küken zu vertreiben. Die Küken schreien beim Rupfen vor Schmerz, betteln aber dennoch die Eltern weiter um Futter an. Die Elterntiere verweigern jedoch die Futtergabe. In diesem Fall muss der Vogelhalter einschreiten und die Brut beenden. Die Küken müssen fortan per Hand aufgezogen werden.

 

Konnte die Brut erfolgreich beendet werden, stellt sich die Frage, ob die Küken behalten werden. Ist Platz für z.B. 6 weitere Nymphensittiche? Ist nach Erreichen der Geschlechtsreife der Küken Platz für noch weitere 6 Nymphensittiche, denn die Küken brauchen alle einen gegengeschlechtlichen Partner? Reichen die finanziellen Mittel aus, um im Krankheitsfall einen großen Schwarm tierärztlich versorgen zu lassen?

Dieser Beitrag umschreibt nur grob die Probleme, die bei einer Brut auftreten können. Die Vogelhalter sollten sich gut überlegen, ob sie unbedingt züchten müssen oder nicht. Auch im Hinblick darauf, dass die Tierheime und Abgabeforen voll sind mit armen Seelchen, die ein neues Zuhause suchen.

 


 


Wie verhüten, dass es zur Eiablage bzw. zum Kükenschlupf kommt?

 

Den Tretakt kann man nicht unterbinden. Es ist ein ganz natürliches Verhalten und man sollte den Vögeln ihren Spaß lassen.

 

Für Nymphensittiche in Heimtierhaltung könnte das ganze Jahr hinüber Brutzeit sein, denn die Voraussetzungen sind immer ideal. Das Futter ist stets reichhaltig, die Wärme konstant und selbst im Winter ist es fast 12 Stunden lang dank künstlicher Beleuchtung taghell.

 

Brutwillige Nymphensittiche gehen vermehrt auf Höhlensuche. Sie untersuchen sämtliche Spalten auf ihre Tauglichkeit als Bruthöhle. Durch Zubauen dieser Spalten kann der Vogelhalter zumindest verhindern, dass die Vögel in diesen Spalten Eier legen. Das Legen des Eies in der Volierenbodenecke lässt sich mit Zustellen der Ecken durch große Gegenstände verhindern. Nymphensittichhennen, die jedoch unbedingt ein Ei legen wollen, finden einen Weg.

 

Zunächst sollte das gelegte Ei ersatzlos weggenommen werden. Legt die Henne jedoch immer wieder nach, weil sie das Gelege voll bekommen möchte, muss man ihr die Gelegenheit zur Brut geben.

 

Das 2- bis 4malige Brüten pro Jahr wird noch als normal angesehen, geht die Anzahl der Gelege jedoch über 4 hinaus, kann man von einer sog. Dauerbrüterin sprechen.

 

Um es gar nicht erst zu einer ständigen Eiablage kommen zu lassen, muss das Futter fettarm sein. Auch sollten Obst/Gemüse nur noch selten angeboten werden. Quell-, Keim- und Kochfutter müssen vom Speiseplan ganz gestrichen werden. Ebenso Knabbereien wie Leckerliestangen. Die Leuchtzeit der Birdlamps müssen reduziert oder ganz ausgeschaltet werden. Zumindest sollten sie den winterlichen Lichtverhältnissen angepasst werden. Alles höhlenartige muss verbaut werden.

 

Nützen die o.g. Methoden nichts und die Henne ist kurz vor der Eiablage, kann ihr ein Nistkasten angeboten werden. Legt sie außerhalb des Nistkastens Eier, werden diese entfernt. Nur die Eier, die im Nistkasten gelegt wurden, darf sie behalten. Natürlich werden sie gegen Plastikeier eingetauscht. Die Henne wird schnell merken, dass sie nur dann brüten darf, wenn der Nistkasten vorhanden ist. So kann der Vogelhalter ein wenig in das Brutgeschehen eingreifen.

 

Ist das Ei befruchtet und ein Schlupf des Kükens soll vermieden werden, reicht es nicht aus, das Ei in den Kühlschrank zu legen, es kräftig zu schütteln, es anzustechen oder es abzukochen. Die sicherste Methode ist der Austausch gegen Plastikeier.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 15. April 2011 um 20:34 Uhr
 


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