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Nach reiflicher Überlegung hat man sich dazu entschlossen, fortan sein Leben mit mindestens zwei Nymphensittichen zu teilen und nun versucht man seine Lieblinge schnell kennenzulernen.
Man beobachtet sie und stellt fest, dass man sie noch nicht wirklich versteht.
Oft reagiert man falsch und die Vögel erschrecken.
Sehr hilfreich ist es, die grundlegenden Verhaltensweisen und insbesondere die Körpersprache seines Piepmatzes kennenzulernen.
In den gängigen Büchern über Vögel findet man meistens nur spärliche Informationen und wenn sind sie immer auf Einzelhaltung gemünzt.
Wenn man sich seinen Nymphensittich genau anschaut, dann ist das Häubchen der beste Stimmungsbarometer. Ist seine Haube aufgerichtet, aber nicht ganz gestreckt, so ist der Vogel neugierig und beobachtet etwas, was ihn interessiert.
Stellt er seine Haube steil nach oben mit vorgekippter Spitze, so ist er in Alarmbereitschaft und es dauert meist nicht lange bis er losfliegt, oft mit einem „Gefahrenschrei“.
Legt er wiederrum seine Haube flach an und ist auch sein Gefieder angelegt, so hat er Angst oder ist aggressiv. Hierbei läßt er auch meist ein Fauchen hören. Manchmal macht er sich auch groß und plustert seine Federn etwas auf und stellt seine Flügel hoch (brütende Hennen). Dabei schaukeln die Hennen, die auf einem Gelege sitzen oft hin und her. Allerdings schaukeln nicht nur brütende Hennen, sondern Nymphies beiderlei Geschlechts, wenn sie Angst haben.
Natürlich gibt es auch noch viele andere Verhaltensweisen, die wir hier beschreiben. Verhalten, das in grün geschrieben ist, bietet keinen Grund zur Sorge, alamierendes Verhalten wird in roter Schrift gekennzeichnet.
Aufplustern
Vogel ist entspannt
Ständiges aufplustern kann ein Krankheitszeichen und ein Besuch beim vogelkundigen TA von Nöten sein.

Bein einziehen
Er ist müde und hat sich gemütlich niedergelassen
Wird das Bein ständig in Schonhaltung gebracht, liegt eine Verletzung vor, die ggfs. vom TA abzuklären ist

Schnabel knirschen
Ein sehr gutes Zeichen, weil er sich rundum wohl fühlt
Gähnen
Er ist müde, evtl. Sauerstoffmangel durch zu wenig Lüften des Zimmers
Vermehrtes Gähnen kann auf eine Erkrankung des Atemsystems hinweisen

Gähnen und Kopfschütteln
Hat evtl. eine Spelze oder ein Federchen im Hals, oft hilft ein Schlückchen Wasser
Sollten dabei Körner oder Sekret austreten, ist es ein Krankheitszeichen und muß sofort von einem vogelkundigen Tierarzt untersucht werden
Kopfschütteln
Machen Nymphensittiche oft, wenn sie Töne hören die sie nicht mögen.
Schütteln und Strecken
Er ist gerade aufgewacht, schüttelt sein Gefieder, streckt erst das eine Beinchen nach hinten, dann das andere und hebt die Flügel nach oben. Meist wird er danach sehr unternehmungslustig
schütteln:

Flügelchen abstellen
Es ist ihm warm oder er ist viel geflogen, manchmal nimmt er in diesen Situationen eine Dusche oder Badeschale an.
Flügelabstellen ohne vorherige Anstrengung kann ein Hinweis auf Kreislaufprobleme sein. Gerade im Sommer bei kranken oder älteren Tieren keine Seltenheit. Im Zweifelsfalle den vk TA aufsuchen!

Ungehalten oder nervös
Legt seine Federn an, läuft hektisch auf der Stange hin und her, dann sollte man ihn Freiflug gönnen
Klopfen auf Gegenstände
Klopft mit seinem Schnabel auf Stange, Gitter oder Futternäpfe. Damit möchte der Hahn seiner Henne imponieren
Flügelchen abspreitzen
Hähne spreitzen beim Balzen die Flügelchen vom Körper ab. Von hinten sehen sie dann aus wie kleine Herzchen. Gehört zum Balzritual dazu

Hüpferchen
Beim Balzen klopft der Hahn nicht nur auf Gegenstände, sondern er hüpft mit kleinen Sprüngen nach vorn um seiner Auserwählten zu zeigen, was für ein toller Kerl er ist. Dabei läßt er auch noch seinen Balzgesang ertönen.
An der Stange festhalten und flattern
Auch dies ist ein Zeichen, dass es dem Vogel gut geht. Er ist übermütig und fliegt gleich mit viel Kraft und Geschwindigkeit einige Runden durchs Zimmer
Putzen
Viele Stunden des Tages sind für seine Gefiederpflege reserviert. Dabei wird jede einzelne Feder durch den Schnabel gezogen und geordnet.
Häufiges Kratzen oder Putzen an einer Stelle könnten evtl. Parasiten im Gefieder sein. Ein Besuch bei einem vogelkundigen Tierarzt steht an

Niesen
Auch Nymphensittiche tun dies, wenn sie Staub oder Federchen in der Nase haben.
Vermehrtes Niesen kann auf eine Erkrankung des Atemsystems hinweisen und muss vom vk TA untersucht werden.
Reiben vom Schnabel am Ast
Der Nymphensittich macht seinen Schnabel sauber, nachdem er z.B. Grünfutter, Obst oder Gemüse gefressen hat
Sitzen auf dem Boden in einer Ecke des Käfigs
Das Pärchen schreitet zur Familienplanung und hat eine „Nistecke“ gefunden
Sehr kranke Nymphensittiche sitzen ebenfalls aufgeplustert und sichtbar krank in einer Volierenecke. Hier hilft nur der schnelle Gang zum TA.

Kopfüber an einer Stange hängen und die Flügel ausbreiten
Zeichen von Übermut und Wohlbefinden (Engelchen machen). Kein geschlechtsspezifisches Merkmal.

Fauchen
Damit zeigt der Nymphensittich, dass ihm etwas nicht gefällt oder er Angst hat.
Drohen
Der Schnabel wird aufgerissen, eventuell werden die Flügel aufgestellt, die Haube liegt am Kopf an

Würgen
Ähnlich dem Gähnen. Kommt nach dem Putzen vor, weil sich Federstaub und –bestandteile im Hals befinden.
Einmaliges Herauswürgen von Körnern kommt bei Streß oder Überfressen vor. Mehrmaliges Herauswürgen von mit Schleim verklebten Würgen ist ein Krankheitsanzeichen. Die Ursache muss von einem vk TA umgehend erforscht werden!
Nachfolgend noch ein paar Bilder, die für Nymphensittiche typisches Verhalten zeigen.
Entspannt

Ausgeglichen, zufrieden und zu allen Schandtaten bereit

Neugierig

Dösen

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