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Clickertraining
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Geschrieben von: Martina   
Samstag, den 16. Januar 2010 um 16:26 Uhr

 

 

Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass man nicht nur mit Hunden clickern kann, sondern auch mit Papageien.

Nymphensittiche sind gelehrige Vögel und so bringt das Clickern mit ihnen nicht nur den Vogelhaltern Spaß. Gerade scheue oder zurückhaltende Vögel lernen so Vertrauen zu ihrem Halter aufzubauen.

 

Für das Clickertraining braucht man vier Dinge:

- einen Clicker:

 

- einen Target-Stick:

 

 - das ultimative Leckerlie:

 

- mindestens einen Nymphensittich:

 

 und einen Trainingsplatz.

Fangen wir mit dem Clicker an. Das ist ein etwa streichholzschachtelgroßes Gerät, welches durch den „Click“ dem Vogel signalisiert, dass er ein gewünschtes Verhalten gezeigt hat und dafür belohnt wird. Dieser Clickton muss exakt in dem Moment kommen, wo der Nymphensittich das tut, was von ihm erwartet wird – maximal 2 Sekunden später. Manche Vögel erschrecken zunächst vor dem lauten Click-Geräusch. Durch Umschließen mit der Hand wird das Geräusch gedämpft.

 

Der Target-Stick kann ein Essstäbchen oder ein andere ähnlich geformter länglicher Gegenstand sein. Auf jeden Fall kein Gegenstand des alltäglichen Gebrauchs, der dem Vogel schon bekannt ist. Auch darf der Nymphensittich nach und während dem Training nicht mit dem Targetstick spielen.

 

Das Leckerlie ist von Vogel zu Vogel unterschiedlich. Weiß man noch nicht, was der Nymphensittich bevorzugt, so bietet man ihm auf einen großen Teller verschiedene Einzelsaaten, Obst- oder Gemüsestückchen, oder Kolbenhirseknubbel an. Das, was er davon am liebsten nimmt, wählt man fürs Clickertraining aus. Jedoch sollte es so gewählt werden, dass der Nymphensittich nicht allzu lange damit beschäftigt ist. So kann das ultimative Leckerlie zwar die Kolbenhirse sein, jedoch bekommt der Vogel als Belohnung nicht den ganzen Kolben, sondern darf davon nur ein oder zweimal abbeißen. Das ist für manche Nymphensittiche unverständlich und sie werden ungehalten. Besser wäre in so einem Fall eine größere Saat wie z.B. Sonnenblumenkerne oder Mariendistelsaat zu nehmen. Nimmt der Nymphensittich die Belohnung noch nicht aus der Hand, kann man einen kleinen Napf am Trainingsplatz anbringen und gibt dort nach jedem Click das Leckerlie hinein. Pro Trainingseinheit muss nicht nur ein Leckerbissen gereicht werden. Es können auch mehrere sein. Jedoch darf der Nymphensittich diese außerhalb des Trainings nicht bekommen.

 

Nun gilt es noch, den richtigen Sitzplatz zu suchen. Am besten wählt man einen Platz, wo sich Vogel und Halter auf gleicher Höhe Auge in Auge gegenüberstehen können.

 

Bei jeder Trainingseinheit sollte man aufhören, wenn es am schönsten ist. So verbindet der Vogel das Clickertraining immer mit etwas positivem. Also nicht aufhören, wenn das gewünschte Verhalten nicht erfolgte, sondern nachdem der Vogel gut mitarbeitet hat. Und das Loben nicht vergessen!

Eine Trainingseinheit beträgt insgesamt ca. 10 Minuten, kleine Pausen inbegriffen. Überfordert werden darf der Nymphensittich nicht, ansonsten verliert er die Lust am Trainieren. Wird mehrmals am Tag trainiert, müssen zwischen den einzelnen Trainingseinheiten mindestens 3 Stunden liegen.

Es muss nicht jeden Tag trainiert werden. Hat der Halter nur wenig Zeit und ist infolge dessen gestresst und abgehetzt, fällt das Training aus.

Zudem sollte das Training zu einer Zeit stattfinden, in der der Nymphensittich aufnahmefähig und aktiv ist – jedoch nicht, wenn er gerade seine Flugrunden drehen möchte.

 

Was genau ist Clickertraining?

Durch Clickertraining werden den Nymphensittichen neue Verhaltensweisen beigebracht. Die freiwillige Mitarbeit des Vogels ist hierfür unerlässlich. Zwang oder Gewalt ist absolut tabu beim Clickertraining. Der Nymphensittich soll das Training mit etwas positivem verbinden. Richtiges Verhalten wird belohnt, falsches ignoriert. Nähert sich der Vogel z.B. dem Targetstick, wird geclickt und mittels Leckerlie belohnt. Bleibt der Vogel sitzen oder geht weiter auf Abstand zum Targetstick, erfolgt seitens des Halters keine Reaktion.

 

Zu Beginn …

… wird der Clicker konditioniert. Dafür wählt man am besten die Zeit aus, in der der Vogel beginnt hungrig zu werden. Hungern lassen darf man die Vögel natürlich nicht! Mit vollem Bauch könnte der Nymphensittich jedoch das Interesse am Leckerlie verlieren und das Training mißlingt. Beim Konditionieren wird einmal geklickt und dem Vogel das Leckerlie gereicht. Dies wird ein paarmal wiederholt. Der Nymphensittich versteht, dass auf das Ertönen des Clickgeräusches das Leckerlie folgt. Dieses Verstehen geht jedoch nicht von heute auf morgen. Das Konditionieren sollte über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden. Erst wenn der Vogel quasi im Schlaf weiß, dass das Leckerlie nur nach dem Click erfolgt, kann der zweite Schritt eingeführt werden.

 

Schritt zwei …

… das Targeting – Verhaltenstraining. Der Targetstick ist der Richtungsweiser und Mittel zum Zweck, um letztendlich andere Verhaltensweisen beizubringen.

Der Target wird zunächst in der Nähe des Vogels gehalten. Hierbei auf die Körpersprache des Nymphensittichs achten! Zeigt er Zeichen von Angst, den Targetstick weiter weg halten oder das Training vorerst unterbrechen. Zeigt der Vogel keine Scheu und geht einen oder mehrere Schritte auf den Targetstick zu, wird geclickt und der Vogel mit dem Leckerlie belohnt. Dieses wird solange wiederholt, bis der Vogel sich traut, den Stick zu berühren. Das ist der Moment, wo der Vogel überschwänglich gelobt wird und viele Leckerbissen bekommt. Fortan wird nur das Berühren des Targetsticks belohnt. Nun kann der Targetstick vom Vogel weg bewegt werden. Folgt der Nymphensittich dem Targetstick und berührt diesen, wird wieder geclickt und belohnt. Ziel ist es, dass der Nymphensittich dem Targetstick folgt. Geschieht dies ohne Scheu, kann man den Trainingsplatz an einen anderen Ort verlegen. Auch hier wird nur belohnt, wenn der Vogel den Targetstick berührt. Beißt der Nymphensittich in den Targetstick hinein, darf der AlteHalteHalter diesen nicht loslassen.

Als Clickerneuling sollte man zunächst nur mit einem Vogel trainieren. Wenn das Timing (Clicken im richtigen Moment) perfekt sitzt, kann die Zahl der Vögel erhöht werden. Durch sog. Beobachtungslernen haben die anderen Nymphensittiche evtl. schon mitbekommen, wie das Training verläuft. Grundsätzlich muss bedacht werden, dass die Nymphensittiche Individuen sind – der eine lernt schneller, der andere langsamer.

In den meisten Fällen wird mit den Vögeln geclickert, damit sie letzendlich auf den Arm oder die Hand des Halters kommen, Angst vor neuen Gegenständen verlieren oder zurück in die Voliere gehen. Viele Halter trainieren mit ihren Vögeln auch, um sie zu beschäftigen und ihre geistige Fitness zu fördern. Das Berühren und auch sortieren von farbigen Holzkugeln wäre ein Beispiel.

Jeder neue Schritt erfolgt erst, wenn der vorhergehende 100 %ig sitzt. Tritt man auf der Stelle ist es ratsam, einen Schritt im Training zurück zu gehen und diesen erneut zu üben. Es ist wichtig, den Vogel nicht zu überfordern, denn ansonsten verliert er sehr schnell die Lust am Training.

Denn Lust und Spaß am Training ist sowohl für den Halter wie auch für den kleinen Kakadu immens wichtig!

 

 

 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 15. April 2011 um 20:49 Uhr
 


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