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Zink ist ein essentielles Spurenelement, das viele wichtige Aufgaben im Körper hat. Der Körper reagiert mit Mangelerscheinungen, wenn Zink fehlt. Eine ausreichende Versorgung mit Zink ist also für die Gesundheit unerlässlich. Deswegen gibt es Zinksalze für den Menschen in Tablettenform. Aber auch in Futtermitteln für Tiere wird Zink verabreicht, da auch sie ausreichend mit Zink versorgt werden müssen.
Normalerweise ist Zink relativ ungiftig. Nur bei zu hoher Zufuhr über einen langen Zeitraum führt Zink zur Vergiftung.
Deswegen ist die ständige Aufnahme von Zink aus Käfiggittern so gefährlich. Aber auch in anderen, den Vögeln zugänglichen Gegenständen kommt Zink vor: Spielzeugketten, Sitzstangenhalterungen, Futter- und Trinknapfhalterungen, Geldmünzen, Silikon, Fußring, Toiletten- und Haushaltspapier (angeblich), Messingkäfiggitter sowie Nippesfiguren aus Messing (Messing ist eine Legierung aus Zink und Kupfer), Isolierungen von Kabeln, Büroartikel wie z.B. Heftklammern. Vor einigen Jahren kamen galvanisch verzinkte Käfige und verzinkte Volierengitter vermehrt zum Einsatz. Heutzutage wissen glücklicherweise viele Vogelhalter, dass sie das Leben ihrer Lieblinge mit verzinkten Gitterstäben aufs Spiel setzen.
Einige Papageien wiesen, nachdem sie eine zeitlang in den Käfigen oder Volieren hausten, Vergiftungsanzeichen auf. Einige von ihnen starben sogar. Erst da wurden die Zinkvergiftungen bei Papageien näher untersucht.
1992 wurde in den USA ein Versuch mit 80 Nymphensittichen (Hähne und Hennen) durchgeführt, um die Gefährlichkeit von galvanisch verzinkten Gittern zu überprüfen. Dabei wurde den Vögeln in einem Zeitraum von 6 Wochen Zinkpartikel oder galvanisierte Zinkpartikel aus Volierengittern schnabulös verabreicht.
Die Dosierung wurde auf 32 mg pro Woche angesetzt. Alle Vögel erkrankten ernsthaft und starben oder wurden innerhalb von zwei Wochen getötet.
Eine chronische Erkrankung trat bei einer Dosierung von 2 mg/Woche auf. Anzeichen waren: Mattigkeit, Gewichtsverlust und das sporadische Absetzen von grünem Kot.
Die abschließenden Obduktionen waren wenig aufschlussreich. Allerdings gab es Anzeichen darauf, dass sich der Magen-Darm-Trakt schlecht bewegen ließ. Zudem ergab die Gewebeprobe, dass eine nicht aufzuhaltende Änderungen aufgrund der Infiltration der Leber, der Niere und der Bauchspeicheldrüse, vorlag.
Sehr hoch waren die Zinkwerte insbesondere im Gewebe der Bauchspeicheldrüse. Die Untersuchung ergab demnach, dass reines Zink ebenso toxisch wie galvanisiertes Zink ist. Weißrost (Oxidationsprodukt), der sich an der Oberfläche der Gitter bildet, war ebenfalls toxisch.
Die Anzeichen einer Zinkvergiftung sind unspezifisch. Jedoch sollte man, werden die Vögel in verzinkten Volieren gehalten, auch immer an eine schleichende Zinkvergiftung denken, sobald der Vogel erkrankt.
Hierzu zählen: Lethargie, oberflächliche Atmung, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Schwäche, Polyurie, Durchfall, Blutmangel, Lähmungen der Beine, Nierenfunktionsstörung, Blausucht, Veränderungen der Leber und der Bauchspeicheldrüse, Erbrechen, Rupfen, bleiche Haut, Schüttelfrost, Tod.
Die Diagnose wird durch eine Röntgenaufnahme und Blutanalyse (Richtwert: > 200µ/dL weisen auf Vergiftung hin) gestellt. Ist das Tier verstorben, gibt die Untersuchung des Bauchspeicheldrüsengewebes Aufschluss (Richtwert: > 1000µ/g deuten auf Tod durch Zinkvergiftung hin). Die Behandlung sieht folgendermassen aus: Weist der Nymphensittich nur geringe klinische Anzeichen einer Zinkvergiftung auf, muss die Zinkquelle aus dem Magen-Darm-Trakt entfernt werden. Nachkontrolle erfolgt mittels Röntgenaufnahme. Sofern erforderlich, erfolgt eine Therapie mit Komplexbildnern (d-Penicillamin oder Calcium Ethylendiamintetraacetat oder Dimercapto Succinsäure) über 5 Tage. Falls erforderlich, wird die Behandlung nach 5 Tagen wiederholt., Zudem wird der Vogel mit viel Flüssigkeit versorgt, um das Ausscheiden zu unterstützen. Frisst der Vogel nicht ausreichend, wird er zwangsweise per Hand ernährt.
(Quelle: Howard, B.R "Health risks of housing small psittacines in galvanized wire mesh cages." Journal of the American Veterinary Medical Association, 1992, v. 200 (11), 1667-1674)
Nachfolgendes Bild zeigt deutlich den gefährlichen Weißrost bei verzinkten Gitterstäben:

Eine hochglanzverzinkte Voliere:

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