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Nachdem man sich mit vielen Fragen rund um das Thema Nymphensittiche auseinander gesetzt hat, wie z.B. wohin mit den Vögeln im Urlaub?, wie alt werden diese Vögel? und wie sind sie zu halten?, stellt sich im Folgenden die Frage wie bringe ich sie richtig unter?
Die handelsüblichen Käfige aus dem Zoohandel oder der Zooabteilung sind selten geeignet und viele Fachverkäufer neigen beim Thema Maße und Ausstattung des Käfigs zu untertreiben mit dem Hintergedanken möglichst ihre Ware im Sortiment zu verkaufen.
Wenn man sich einen Nymphensittich anschaut, der seine Flügel ausbreitet, kann man auch schon als Laie feststellen, dass der Käfig eine gewisse Grundgröße mit sich bringen muss. Die Tierschutzbestimmungen schreiben für ein Pärchen einen Meter Tiefe und einen Meter Breite (1m x 1m) vor. Hier gilt allerdings: umso größer desto besser.
Ebenfalls sehr wichtig ist die Beschaffenheit des Gitters. Es sollte weder verzinkt noch hochglanzverzinkt (stark chromathaltig) sein. Die Gitterabstände dürfen auf keinem Fall 1,9 cm überschreiten, da sonst die Gefahr besteht, dass der Nymphensittich beim Versuch den Kopf durch das Gitter zu stecken sich selbst stranguliert. Dies ist ein trauriger Umstand, der leider schon zu häufig vorgekommen ist.
Für ein Nymphensittich-Paar sollte der Käfig mindestens einen Meter tief und einen Meter breit sein. Der Gitterabstand darf die 1,9 cm nicht überschreiten (eher enger). Die Gitterstäbe müssen eine knabbersichere Oberfläche aufweisen. Edelstahldraht hat sich bei Volieren und Hammerschlag bei Käfigen als gut geeignet erwiesen.
Jeder der sich eine Zeitlang intensiv mit dem Thema Unterbringung seines Lieblings beschäftig hat, möchte irgendwann noch mehr Platz für seine Piepser. Alle Vogelbesitzer kennen es: ein Käfig wird gekauft, nach kurzer Zeit jedoch muss ein größerer her! Vielleicht hat sich der Schwarm vergrößert, vielleicht ist man von der Einzelhaltung abgekommen oder man möchte einfach mehr Platz bieten. Dieses Spiel kann sich gerne ein paarmal wiederholen. Ich kenne kaum einen Vogelbesitzer der nicht mindestens drei Käfige in verschiedenen Größen im Keller stehen hat. Zuletzt landet man meist beim Thema Volieren, da gängige Käfige die Anforderungen an Mindestmaß, Gitterbeschaffenheit usw. nicht erfüllen.
Volieren haben ihre Bezeichnung aus dem Französischen. Volière heißt Fliegen. Demnach sollten die Vögel in einer Voliere zumindest ein paar Flügelschläge machen können.
Keine noch so große Voliere ersetzt den mehrstündigen täglichen Freiflug. Nymphensittiche sind von Natur aus sehr gute und ausdauernde Flieger und legen in Australien sehr weite Strecken zurück. Dies können wir ihnen in Heimtierhaltung natürlich nicht bieten, aber dennoch sollte der Grundsatz beim Freiflug heißen: Je öfter und länger, desto besser.
Kommen wir zurück zu der Größe einer Voliere. Für ein Pärchen wäre demnach eine Voliere mit den Maßen 120 cm (B) x 80 cm (T) bei sehr viel Freiflug ausreichend. Die Höhe ist nicht ausschlaggebend, sollte jedoch 100 cm nicht unterschreiten.
Grundsätzlich gilt jedoch: Je größer, desto besser. Eine zu große Voliere gibt es nicht.
Turmvolieren, die höher als breit sind, sind für Nymphensittiche grundsätzlich nicht geeignet, da die Vögel keine Hubschrauber sind. Sie fliegen nicht steil von unten nach oben oder umgekehrt.
Bei Kaufvolieren ist auf sehr vieles zu achten. Die Größe wurde bereits oben angesprochen. Dann wäre da noch die Beschichtung. TÜV-Geprüft heißt nicht zwangsläufig, dass der Belag für Nymphensittiche unschädlich ist. Auf Originalmarken ist zu achten. Ausländische Nachbauten lassen in der Verarbeitung und Qualität zu wünschen übrig.
Genau wie bei Käfigen gilt auch hier: Der Gitterabstand darf 1,9 cm nicht unterschreiten!
Verzierungen an der Voliere, die nur der Optik dienen, sind für die Nymphensittiche gefährlich, da die Gefahr droht, dass sie darin mit den Füßchen hängen bleiben.
Volieren, die im oberen Bereich Türme haben, sind ebenfalls ungünstig. Gerade die obere Etage einer Voliere wird von den Nymphensittichen gerne genutzt – besonders als Schlafplatz – und ein Turm nimmt wertvollen Platz weg.
Darüber, ob die Gitterstäbe senkrecht oder waagerecht sein sollen, streiten sich die Geister. Die meisten Kaufvolieren bieten senkrechte Gitterstäbe an und die Nymphensittiche kommen mit dem Klettern gut zurecht, da zusätzlich zu den senkrechten Streben auch waagerechte angebracht sind.
Volieren von Volierenbauern kann man nach den eigenen Wünschen herstellen lassen. Hier ist jedoch darauf zu achten, dass Edelstahlvolierendraht verwendet wird.
Entscheidet man sich dafür, eine Voliere selbst zu bauen, gilt es auch hier einiges zu beachten.
Ob die Balken aus Holz oder Metall sind ist nicht nur eine optische Frage. Metall lässt sich auf jeden Fall besser reinigen. Von Holz lassen sich Kotspuren schlechter entfernen und es wird von den Nymphensittichen sehr gerne benagt. Ein Ersatz der Holzbalken muss von Zeit zu Zeit vorgenommen werden.
Ganz wichtig ist die Verdrahtung! Der früher oftmals genutzte galvanisch verzinkte Volierendraht ist hochgiftig für Nymphensittiche und alle anderen Papageien, die viel am Käfiggitter klettern. Verzinkter Draht ruft eine schleichende Zinkvergiftung hervor, die meist tödlich endet. Die Tierarzt-Kosten für eine Entgiftung übersteigen bei weitem den Anschaffungspreis von Edelstahlvolierendraht.
Edelstahlvolierendraht ist somit ein Muß beim Eigenbau. Die Maschenweite sollte 16 x 16 mm oder 19 x 19 mm betragen. Volierendraht wird bislang nur von Online-Händlern geliefert.
Gänzlich ungeeignet ist der in Baumärkten erhältliche Hasendraht. Er ist mit einer Beschichtung ummantelt, die zum Abknabbern anregt. In dem gedrehten Draht können zudem die Krallen leicht hängenbleiben.

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