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Kein Raum kann 100 %ig vogelsicher gestaltet werden. Trotzdem können Vorkehrungen getroffen werden, damit sich die Gefahren minimieren. Welche Gefahren drohen wird hier aufgelistet:
Fenster
Kollisionsunfälle mit Fensterscheiben können tödlich enden (Genickbruch) oder aber sie ziehen schwere Verletzungen wie z.B. Gehirnerschütterung, Schnabelbruch, Schnabelprellung, Platzwunden, Knochenbrüche, Lungenrisse, Luftsackverletzungen oder Lungensackrisse nach sich.
Auch die Fensterscheiben müssen bei jedem Freiflug vor Gegenflug gesichert werden. Nymphensittiche lernen es meist nicht, die Scheibe als Raumbegrenzung anzusehen. Bei einem Panikflug stürzen die Vögel blindlings los und fliegen gegen das Fenster, da sie es nicht als Raumbegrenzung ansehen.
Zum Schutz vor Gegenflug eignen sich am besten heruntergelassene Jalousien, deren Lamellen waagerecht gestellt sind. Auch Gardinen bremsen den Flug. Bitte aber hier in jedem Fall auf eventuell vorhandene Bleibänder achten und diese entfernen (dazu mehr bei „Blei“).
Auch das nur auf „Kipp“ geöffnete Fenster stellt eine Gefahr dar. Der Spalt ist oftmals so groß, dass ein Nymphensittich problemlos hindurchpasst und entfliegt. Deswegen sollte das Fenster durch einen entsprechenden Schutz wie z.B. Volierengitter von außen, vor Entfliegen gesichert werden.
Zimmerpflanzen
Selbst Pflanzen, die als ungiftig gelten, können dem Nymphensittich gefährlich werden. Durch das Beknabbern werden Düngemittel aufgenommen, die die Schleimhaut reizen und so zu einer Kropfentzündung mit Erbrechen führen.
Gefahr besteht auch durch die Blumenerde. Durch Feuchtigkeit können sich sehr schnell Schimmelpilzsporen bilden, die mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind, aber dennoch dem Vogel schaden. Durch das Einatmen dieser Sporen kommt es zu der gefürchteten Aspergillose.
Offene Gefäße
Gefäße, in die der neugierige Nymphensittich hineinfallen oder –rutschen kann, müssen aus dem Vogelzimmer entfernt werden. Hierzu gehören z.B. Bodenvasen, Eimer, Töpfe, Weizenbiergläser oder Blumengießkannen.
Heizkörper
Im Winter muss unbedingt darauf geachtet werden, dass der Heizkörper nicht zu viel Wärme abgibt, da sich der landende Nymphensittich sonst die Füßchen verbrennt. Auch muss der Spalt zwischen Heizkörper und Wand gegen Hinterrutschen gesichert werden (z.B. mit einem zusammengerollten Handtuch).
Schränke
Auf hohen Schränken landet der Nymphensittich sehr gerne. Jedoch gilt auch hier wie beim Heizkörper, dass der Spalt zwischen Wand und Schrank vor Hinterrutschen geschützt werden muss. Auch hier eignen sich Handtücher oder Brettchen, die auf den Schrank gelegt werden.
Bei Schranktüren, die geschlossen werden, kann sich der Nymphensittich schnell das Füßchen einklemmen. Durch eine Einklemmhilfe kann dies verhindert werden.
Zimmertüren
Die vorhandene Zimmertür muss während des Freifluges geschlossen bleiben, da sie zum Landen einlädt. Dem Nymphensittich können beim zufliegen oder auch unvorsichtigem Schließen , die Füßchen geklemmt oder gequetscht werden. In manchen Haushalten gibt es reichlich offene Bereiche, z.b. offene Küche, offene Wohn-Esszimmerbereiche oder offene Wohn-und Flurbereiche. Diese sollten so gesichert sein, dass der Vogel keine Möglichkeit hat in Räume zu entweichen, die nicht gesichert sind. Ein dichter Vorhang der nur während dem Freiflug aufgehängt wird und das Freiflugzimmer abgrenzt oder einschränkt, bewirkt dass der Vogel nicht in ungesicherte Räume entweicht. Es ist schon schwierig einen Raum absolut vogelsicher zu bekommen, umso schwere ist es eine ganze Wohnung in der sich auch noch andere Menschen befinden zu sichern.
Herd, Bügeleisen, Kerze, Dampfreiniger
Verbrennungs- und Verbrühungsgefahr!
Stromkabel
Der Nymphensittich ist ein kleines geflügeltes Nagetier und so macht er auch vor Stromkabeln nicht halt. Die Kabel müssen vor Annagen gesichert werden. Hier haben sich Kabelkanäle bewährt. Alternativ werden die Kabel so verlegt, das sie von den Nymphensittichen nicht erreicht werden können. Als schnelle Lösung können auch Geschirrtücher herhalten die um die Kabel gewickelt werden.
Dünne Schnüre
Schnüre von z.B. Rollos oder Jalousien sind so zu sichern, dass sich der Nymphensittich nicht daran erhängen kann. Auch Bastfäden, an denen selbstgebackene Kekse hingen, wurden einem Nymphensittich schon zum Verhängnis.
Sonnenstrahlen
Auch wenn die Nymphensittiche aus Australien kommen, mögen sie es nicht, in der prallen Sonne zu sitzen. Sind die Vögel in der Voliere eingesperrt, ist darauf zu achten, dass diese nicht in der Sonne steht. Die Vögel können den heißen Strahlen, die noch durch die Glasscheiben verstärkt werden, nicht ausweichen und erleiden einen Hitzschlag.
Blei
Blei kommt in vielen Gebrauchsgegenständen vor und führt bei nicht rechtzeitiger Behandlung zum Tode, selbst wenn der Nymphensittich hiervon nur eine Kleinstmenge aufgenommen hat.
Blei ist enthalten in: Gardinen (Bleiband muss herausgeschnitten werden!), Butzenscheiben, Tiffany-Lampen, Lametta, Glitzerfäden aus Lurex, Sektflaschenverschlüssen, Vogelspielzeug mit Bleigewichten Steh-auf-Männchen), Weinflaschenkappen, bleihaltige Farben, Bleieinfassungen von Kakteenhäuschen und alte Wasserleitungen.
Fliegenfänger
Selbstklebende Fliegenfänger können nicht nur für die unliebsamen Insekten zur Falle werden. Auch Nymphensittiche sind schon an den klebenden Fliegenfängern hängengeblieben. Den Kleber aus dem Gefieder zu entfernen ist denkbar schwer. Deswegen dürfen solche Teile nicht im Flugzimmer der Vögel aufgehängt werden.
Zink
Genau wie Blei kann auch Zink zu einer Vergiftung führen. Allerdings ist diese Vergiftung eher schleichend, aber deswegen nicht weniger gefährlich. Zinkhaltige Gegenstände müssen aus dem Schnabelbereich der Nymphensittiche entfernt werden. Hierzu gehören: feuerverzinkter Volierendraht, Blumenübertöpfe (gerne in Wannenform), Ketten der Vogelspielzeuge, Asthalterungen, Fußring und mehr.
Raucherutensilien
Sowohl das Rauchen von Zigaretten etc. im Vogelzimmer als auch das Liegenlassen von vollen Aschenbechern in dem Raum, in dem sich die Nymphen aufhalten, muss unbedingt vermieden werden.
Getränke
Gerade zahme, auf den Menschen geprägte Nymphensittiche, neigen dazu, aus dem gleichen Gefäß wie der Mensch zu trinken. Kaffee, Alkohol, Fruchtsäfte sind Gift für den Vogel.
Naschzeug
Nicht nur für den Menschen sind Weingummi, Schokolade, Chips und Co. ungesund. Der Nymphensittich versucht aufgrund seiner Neugierde etwas von den süssen oder stark gesalzenen und gewürzten Leckereien abzubekommen. Gesundheitliche Schäden sind die Folge. Zudem sind diese Dinge oft in Alufolie verpackt, die dem Nymphensittich ebenfalls schaden kann.
Gase/Dämpfe
Nymphensittiche haben ein sehr komplexes und anfälliges Atmungssystem. Deswegen dürfen sie nicht mit Gase oder Dämpfe in Berührung kommen (z.B.: Sprays aller Art, Nagellackentferner, PVC, Lacktischdecken, antihaftbeschichtete Pfannen und Raclette, Duftöllampen oder – Kerzen), bleihaltiges Benzin, Bleichmittel, Mottenkugeln, Entfärber, Haarfärbemittel, Klebstoffen
Stofffasern
Fasern von Sitzseilen (gleich welcher Art), Teppichen oder Wolldecken können sich im Kropf des Vogels zu einem Knäuel bilden und so zu ernsthaften Erkrankungen, ja gar zum Tode führen.
Küche
Die Küche ist kein geeigneter Standort für die Voliere. Hier entstehen giftige Dämpfe durch antihaftbeschichtete Pfannen und Töpfe und die üblichen Küchengerüche sind für das komplexe Atmungssystem der Vögel ebenfalls gefährlich. Heiße Herdplatten oder (kochend) heißes Wasser in Töpfen können zu tödlichen Verletzungen führen.

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