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Schonkost, Diät und Kraftfutter
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Geschrieben von: Martina   
Mittwoch, den 30. Dezember 2009 um 15:03 Uhr

 

 

Wenn der Nymphensittich krank ist, kann es –je nach Erkrankung- wichtig sein, dem Patienten Schonkost anzubieten, um z. B. den gereizten Kropf zu schonen. Futter, das den Kropf nicht reizt, trägt dazu bei, den Genesungsprozess zu unterstützen und zu beschleunigen.

 

Infolge falscher Ernährung und Bewegungsmangel verfetten leider viele Nymphensittiche. Da ihr Körperbau nicht auf übermäßige Fettansammlungen ausgelegt ist, müssen sie sich einer Diät unterziehen.

 

Damit es jedoch gar nicht erst soweit kommt, sollte der Nymphensittich regelmäßig (am besten wöchentlich) gewogen werden. Bei Gewichtszunahme oder –abnahme kann der Halter so schnell durch entsprechende Futterumstellung eingreifen.

 

 

 

Diät

 

Folgen von Übergewicht sind nicht nur die sichtbaren Fettablagerungen. Auch die Organe verfetten, was erheblich problematischer ist.

Da Nymphensittiche über einen sehr schnellen Stoffwechsel verfügen, kann man ihnen nicht über ein paar Tage hinweg das Futter streichen, damit sie wieder zu ihrem Idealgewicht zurückfinden. Sie würden innerhalb kurzer Zeit verhungern.

Die Energie, die die Vögel zum Fliegen brauchen, beziehen sie aus der Nahrung. Bewegt sich der Vogel nun aufgrund dessen, weil er stundenlang im Käfig/in der Voliere eingesperrt ist, nur sehr wenig, wird die Nahrungsenergie nicht verbraucht und setzt sich als Fett am Körper und den Organen ab.

Die Futternäpfe der Nymphensittiche sind immer gut gefüllt. Sie müssen nicht wie ihre wilden Artgenossen in Australien weite Flugstrecken auf sich nehmen, um an Futter zu gelangen. Dies begünstigt die Fettbildung. Ein in Gefangenschaft gehaltener Nymphensittich fliegt am Tag niemals so viel wie ein frei lebender Nymphensittich. Der angeborene schnelle Stoffwechsel trägt also bei Heimtieren nicht in dem erforderlichen Umfange dazu bei, Fett zu verbrennen.

Dieser schnelle Stoffwechsel verbietet es jedoch, dass Nymphensittiche fasten, um Gewicht zu verlieren.

Lediglich die Umstellung der Ernährung sowie mehr Bewegung lässt die „Pfunde“ purzeln. Die langsame Gewichtsreduktion ist genauso wichtig wie die Vermeidung von Mangelerscheinungen.

Bevor der Vogel auf Diät gesetzt wird, sollte er tierärztlich untersucht werden. Aufgrund der vorangegangenen fehlenden körperlichen Betätigung kann eine plötzliche vermehrte Aktivität einem evtl. bereits geschwächten Herzen schaden und zu einem Herzinfarkt führen.

Fetthaltige Saaten und Körner dürfen nur in Maßen, Leckerlies in Form von Knabberstangen jedoch gar nicht während der Diät angeboten werden. Morgens und Abends wird dem Nymphie je ein Teelöffel Futter gereicht. Tagsüber wird viel Grünzeug in Form von Obst, Gemüse, Kräuter usw. gereicht. Keimfutter eignet sich aufgrund der Tatsache, dass sich durch den Keimvorgang viele Vitamine in den Körner ausbilden und der Fettgehalt sinkt, gut als Diätfutter. Das übliche Körnerfutter sollte mit Grassamen vermengt werden.  Der Vogel muss zum Bewegen animiert werden. So kann der Futternapf in immer größeren Entfernungen zum Vogel aufgestellt oder gar nur am Boden der Voliere aufgestellt werden.

Wichtig bei einer Diät ist, dass der Nährstoffspiegel immer gleich bleibt. D.h., der Vogel darf tagsüber nicht hungern. Sollte er das angebotene Grünzeug verweigern, muss das Körnerfutter nicht für 2 Mahlzeiten (morgens und abends) eingeteilt , sondern auf 4 Mahlzeiten ausgeweitet werden. Die Menge pro Mahlzeit wird so natürlich kleiner.

 

 

 

Kraftfutter

 

Genesene Vögel brauchen nach Durchstehen der Erkrankung energiereiches Futter, um wieder zu Kräften zu kommen. Vögel verlieren bei Krankheit sehr schnell an Gewicht, wenn sie nicht ausreichend Nahrung zu sich nehmen.

Eine gute Möglichkeit, das Gewicht während der Erkrankung zu kontrollieren ist das regelmäßige Wiegen zur gleichen Tageszeit. Allerdings muss man das Gewicht des gesunden Vogels kennen, um eine Aussage über den Gewichtsverlust machen zu können.

Um den Vogel wieder aufzupäppeln, dürfen die sonst zu meidenden ölhaltigen Saaten vermehrt angeboten werden. Auch Honigkräcker dürfen gegeben werden. Traubenzucker oder Honig im Trinkwasser verabreicht, geben nicht nur Energie sondern auch Gewicht. Auf eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen ist ebenfalls zu achten. Natürliche Energielieferanten sind Obst und Gemüse.

Zufüttern kann man darüberhinaus noch:

 

-       milchfreien Babybrei (z.B. Obst-Getreide-Brei)

  -       gekochte und zerdrückte Möhren und Kartoffeln (ohne Salz gekocht !)

-       Eifutter

-       Handaufzuchtfutter

-       Baby Vollkornbrei von Milupa (7 Korn Biovollkornbrei)

-       Eingeweichte Haferflocken

 

Frisst der Nymphensittich nicht mehr selbständig, müssen am Tag 10 % des Körpergewichts zugefüttert werden. Nimmt der Vogel noch ein wenig Nahrung selbst auf, 5 % des Körpergewichts.

 


 

Schonkost

 

Bei Erkrankungen des Kropfes und bei Erbrechen, das auf verschiedene Krankheitsursachen zurückzuführen ist, muss der Nymphensittich Schonkost bekommen. Er darf nicht durch Nahrungsentzug entkräften. Die erkrankte Kropfschleimhaut verursacht Schmerzen, wenn sie mit Gegenständen in Berührung kommt, deswegen vermeidet der Nymphensittich es, Nahrung aufzunehmen.

Zu vermeiden ist die Gabe von fettreichen Saaten, da diese den Kropf belasten.

 

Stattdessen sind kleine Saaten, wie z.B. Kolbenhirse vorzuziehen. Auch halbreife, grüne Hirse ist leicht verdaulich. Ebenso reizt Quell-, Keim- und Kochfutter den Kropf nicht und kann deswegen angeboten werden. Auch gekochte Nudeln, Kartoffeln oder Reis (ohne Salz kochen !) können angeboten werden. Aus der Baby-Abteilung im Supermarkt können Gläschen mit z.B. Kartoffeln/Möhren gekauft werden. Zu achten ist hierbei allerdings darauf, dass weder Salz noch Zucker oder Lactose enthalten ist. Der Einfachheit halber kann man auch gekochte Kartoffeln und Gemüse mittels Pürierstab selbst zum Brei mixen und Korvimin und/oder PT12 untermischen. Gekochtes Ei oder Eifutter in Maßen können ebenfalls angeboten werden, sowie sämtliches für Nymphensittiche geeignete Gemüse. Alle wichtigen Inhaltsstoffe sind in Pellets enthalten. Nimmt der Vogel sie nicht im Normalzustand an, können sie auch in Wasser eingeweicht und als Brei gegeben werden. 

 

 

 


Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 12. Oktober 2011 um 19:59 Uhr
 


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