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Koch-, Keim- und Quellfutter
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Geschrieben von: Martina   
Mittwoch, den 30. Dezember 2009 um 15:18 Uhr

 

Koch-, Keim- und Quellfutter sollten Nymphensittiche bereits in gesunden Tagen kennen lernen, denn es sind aufgrund der leichten Verdaulichkeit ideale Futtermittel im Krankheitsfall. Zudem enthalten sie viel Flüssigkeit, die im Krankheitsfall dem geschwächten Körper vermehrt zuzufügen ist. Medikamente in Pulverform lassen sich gut über Koch-, Quell- und Keimfutter streuen. Das Pulver bleibt aufgrund der Feuchtigkeit am Futter haften.

 

Bei brutigen Tieren ist die Fütterung von Quell-, Keim- und Kochfutter unangebracht, da die Brutigkeit hierdurch gesteigert wird.

 

Leinsaat darf nicht zum Quellen oder Keimen gebracht werden, da sie ausschleimt.

  

 

 

Keimfutter

 

Für Nymphensittiche ist Keimfutter eine gesunde Ergänzung zum Grundfutter. Durch den Keimvorgang wird ein Vitamingehalt aufgebaut und der Fettgehalt nimmt ab. Allerdings muss es richtig zubereitet und gelagert werden. Keimfutter verdirbt besonders in den schwül-warmen Sommermonaten sehr schnell und riecht dann säuerlich. Ein Schimmelpilzrasen kann sich durch die Feuchtigkeit sehr schnell bilden. Dieses Keimfutter darf auf gar keinen Fall verfüttert werden, es würde den Nymphensittichen gesundheitlichen Schaden zufügen. Hygiene muss bei der Zubereitung und dem Lagern des Keimfutters groß geschrieben werden. Angeboten werden darf Keimfutter höchstens 4 Stunden, in den bereits erwähnten Sommermonaten noch kürzer. Die Futtergefäße, in denen das Keimfutter angeboten wurde, müssen anschließend gründlich gereinigt werden, damit sich keine pathogenen Erreger festsetzen können.

 

In den bekannten Online-Shops kann man fertiges Keimfutter kaufen. Dieses enthält je nach Sorte z.B. Weizen, Hafer, Nackthafer, Gerste, Milo, Darisaaat, Kardisaat, Katjangbohnen, Wicken, Silberhirse, Sonnenblumenkerne, gelbe Hirse, grüne Hirse, rote Hirse, Mungbohnen, Dinkel, Roggen, Kichererbsen, Buchweizen, Paddyreis.

 

Geschälter Hafer ist jedoch zur Herstellung von Keimfutter nicht geeignet, da er rasch verdirbt und schimmelt. Zudem ist er nicht keimfähig, sondern weicht lediglich auf.

Zubereitet wird Keimfutter wie folgt: Nachdem die Saaten in einem Plastiksieb unter fließendem Wasser gründlich gewaschen wurden, lässt man sie mit Wasser bedeckt in einem Gefäß ca. 8 Stunden quellen. Mehr als 8 Stunden sollten die Körnchen jedoch nicht im Wasser bleiben, da sie sonst anfangen zu gären. Anschließend werden die Körner erneut im Sieb gewaschen. Das Sieb wird nun mit den Körnern in einen größeren Behälter (Topf/Schale) gehängt. Abgedeckt wird das Sieb mit einem großen Teller oder Plastikdeckel. Die Körner keimen ab jetzt. Die Keimzeit beträgt zwischen 24 und 48 Stunden (je nach Kornart). Die Temperatur sollte gleich bleibend sein. Um Schimmelbildung zu vermeiden müssen die Körner zwischendurch (ca. alle 12 Stunden) regelmäßig gewaschen werden. Sind die Körner gekeimt, können sie den Nymphensittichen als Leckerlie angeboten werden. Die Keimlinge sollten noch recht kurz sein, denn dann erhalten sie die meisten Vitalstoffe.

Das fertige Keimfutter kann im Kühlschrank bis zu drei Tage aufbewahrt werden. Vor dem erneuten Verzehr muss es jedoch gewaschen werden und darf keine kalte Kühlschranktemperatur haben, überschüssige Feuchtigkeit ist mittels Küchenpapier zu entfernen.

Keimfutter kann durch gehackte Küchenkräuter aufgepeppt werden und eignet sich aufgrund der Feuchtigkeit auch gut, um z.B. Medikamente in Pulverform den Nymphensittichen unterzujubeln.

 


 


Quellfutter

 

Quellfutter ist ähnlich herzustellen wie Keimfutter, da es die Vorstufe hierzu ist. Bis zur Keimung wird das Futter nicht eingeweicht, sondern den Nymphensittichen schon vorher gereicht.

Genau wie beim Keimfutter ist auch beim Quellfutter auf penible Hygiene zu achten, da es sehr schnell zu Verderb durch Verkeimung und Schimmelpilzbildung kommen kann. Auch verdorbenes Quellfutter darf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr verfüttert werden.

Zur Quellfutterherstellung nimmt man Keimfutter. Die Verarbeitung ist teilweise wie beim Keimfutter beschrieben. Jedoch beschränkt man sich hier auf Waschen, 8 Stunden Einweichzeit, erneutes Spülen. Abschließend werden die Saaten im Sieb hängend in einem größeren Behältnis 12 Stunden gequollen.

Auch Quellfutter nur einige Stunden den Nymphensittichen anbieten und danach entsorgen. Die Futterschalen anschließend gründlich reinigen.

 


Kochfutter

Kochfutter ist die einfachste Art, den Vögeln gesunde Zusatzkost anzubieten.

Auch hier gibt es verschiedene Mischungen in den Online-Shops, die u.a. enthalten: Nackthafer, Dari, Weizen, Mais, Reis, Nudeln, Erbsen, Kichererbsen, Bohnen, getrocknetes Gemüse (Paprika, Möhren, Lauch, Pastinak, Sellerie, Mais, Brokkoli, Tomate, Zucchini, Weißkohl, Blumenkohl, Blattspinat), Schnittlauch, Petersilie, Zwiebel, Kidneybohnen, Sojabohnen, Roggen, Sesam, Quinoa, Schwarzkümmel, Gerste, Dinkel, Sonnenblumenkerne (geschält), Hirse, Katjang, Azukibohnen, Linsen, Wicken.

Je nach Packungsaufschrift wird das Kochfutter einige Minuten gekocht, abgegossen und den Nymphensittichen lauwarm serviert.

Kochfutter ist ebenfalls leicht verderblich und darf den Vögeln nur kurze Zeit angeboten werden. Nach dem Futtern müssen auch hier die Futterschalen gründlich gereinigt werden.

Dem Kochfutter können zu Ende der Garzeit Beeren oder Kräuter hinzugefügt werden.

Kochfutter kann in großen Mengen gekocht und anschließend eingefroren werden. Hierzu gibt man die Masse in einen Gefrierbeutel, ebnet das Kochfutter und friert es als Platte ein. Im gefrorenen Zustand lassen sich Stücke des Kochfutters abbrechen und auftauen. Oder man nimmt eine vorportionierte Schale für Eiswürfel.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 21. April 2011 um 19:12 Uhr
 


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