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Alternativfutter wird unterschieden zwischen Pellets (Presslinge) und Extrudate. Dieses Futter wird als Alleinfutter bezeichnet, d.h. weitere Zuführung von Nährstoffen ist nicht nötig. Grünfutter sollte dennoch separat gereicht werden. Mittlerweile gibt es verschiedene Hersteller und Herstellungsverfahren, so dass im Nachfolgenden nur auf die bekanntesten Arten eingegangen wird.
Pellets: Hier werden die Rohstoffe zermahlen und vermischt. Zugefügt werden der Masse Vitamine, Proteine und Mineralien. Anschließend wird die Masse bei Temperaturen zwischen 70 °C und 90 °C unter hohem kurzem Druck zusammengepresst und zu Pellets geformt.
Extrudate: Auch hier werden die Zutaten zu Pulver vermahlen. Anschließend jedoch bei sehr hohem länger anhaltendem Druck und bei Temperaturen zwischen 120 °C und 180 °C (dient u.a. der Abtötung von Mikroorganismen) erwärmt. Die Masse wird durch eine Matrize gepresst und trocknet anschließend ab. Bei der Abkühlung werden die Vitamine und Mineralstoffe als Überzug auf die Extrudate gebracht. Es gibt jedoch auch Extrudate, in denen Körner und sonstige grobe Bestandteile eingearbeitet wurden.
Die div. Hersteller des Alternativfutters haben in ihren Produkten die Nährstoffe unterschiedlich hoch angesetzt. Daher an dieser Stelle keine genauen Angaben zum Inhalt.
Alternativfutter gibt es in unterschiedlichen Größen (fine, super fine, extra fine) sowie für verschiedene Anforderungen: Erhaltungsfutter (für Vögel, die nicht brüten oder mausern, älter als 5 Monate sind und an Verfettung leiden), Zuchtfutter (höherer Fettgehalt, bei Brut, während der Mauser oder bei abgemagerten Vögeln, Erkrankung der inneren Verdauungsorgane, oder für Vögel unter 5 Monaten. Als Umstellungsfutter geeignet.), Umstellungsfutter (wie der Name schon sagt - zur Umstellung auf Alternativfutter sowie als Leckerlie).
Die Fütterung von Alternativfutter ist umstritten. Vögel, die an Macrorhabdiose (früher als „Megabakterien“ bezeichnet) oder Drüsenmagenerweiterung (PDD) erkrankt sind, können Körner nicht mehr verdauen. Hier ist eine Fütterung von Pellets/Extrudaten angezeigt, ansonsten verhungert der Vogel. In den USA werden Papageien hingegen auch im gesunden Zustand überwiegend mit Alternativfutter gefüttert.
Befürworter argumentieren, dass das Alternativfutter genau jene Inhaltsstoffe (Nährstoffe, Spurenelemente, Aminosäure, Vitamine und Mineralien) beinhaltet, die für die Gesundheit des Vogels wichtig sind. Das Gefieder soll einen schönen Glanz bekommen. Fehler beim Füttern können durch Pellets/Extrudate vermieden werden, denn sie enthalten alle wichtigen Inhaltsstoffe. Alternativfutter sei schadstoff- und pilzfrei, ohne Farbstoffe und Konservierungsmittel sowie ohne künstliche Aromastoffe. Die Vögel seien aufgrund der rauhen Oberfläche länger beschäftigt beim Futtern der Pellets/Extrudate. Eine rückstandslose Fütterung sei gegeben, da keine Spelzen anfallen. Die Vögel können nicht ihr Lieblingsfutter aussortieren, da alle Pellets/Extrudate gleich sind. Alternativfutter sei insgesamt gesehen kostengünstiger, da im Vergleich zum Körnerfutter weniger aufgenommen wird und Zusatzmittel wie Vitamine entfallen. Alternativfutter könne bedenkenlos eingefroren werden, da es keinen Wassergehalt habe. Die groben Bestandteile in einigen Extrudaten seien hilfreich für den Drüsen- und Muskelmagen.
Glaubt man den Ausführungen eines Alternativfutterherstellers, so haben vogelkundige Tierärzte in Europa und den USA festgestellt, dass sich die Darmflora regeneriert, Fettgeschwülste, der Zuckergehalt im Harn sowie der Serum-Cholesterinspiegel reduziert werden, wenn das Alternativfutter als Alleinfutter gegeben wird. Außerdem würden Funktionsstörungen des Darmes, der Bauchspeicheldrüse sowie der Leber nachlassen.
Die Gegner der Pellets-/Extrudatefütterung hingegen argumentieren, dass eine Überprüfung der Zusammensetzung im Vergleich zu einer Körnermischung vom Käufer nicht kontrolliert werden könne. Auch ohne Alternativfutter kommt es nicht zu Mangelerscheinungen bei den Vögeln. Pellets-/Extrudatefütterung sei aufgrund der Eintönigkeit etwas für Vogelhalter, die sich nicht die Mühe machen möchten sich über eine gute Futtermischung usw. zu informieren. Alternativfutter biete für die Vögel weder optisch noch geschmacklich eine Abwechslung und werde schneller gefuttert, da das Entspelzen wegfällt - die Vögel sind also durch die Nahrungsaufnahme nicht beschäftigt. Pellet-/Extrudatefutter sei im Vergleich zu Körnermischungen teurer.
Außerdem spricht lt. den Gegnern des Alternativfutters gegen dieses, dass die meisten Vögel sich nur sehr schwer auf Alternativfutter umstellen lassen. Bei einer reinen Pellet-/Extrudatefütterung bestehe die Gefahr, dass der Muskelmagen aufgrund der geringen Verarbeitung erweitert wird. Die Funktion des Kropfes verkümmere zudem, da er nicht für das Alternativfutter gebraucht werde. Bei der Pellet-/Extrudatefütterung müssen die Vögel mehr Wasser aufnehmen, um diese einzuweichen. Das Alternativfutter quelle im Kropf auf und könne so zu einer Kropferweiterung führen.
Im Vergleich untereinander ist festzustellen, dass Pellets gegenüber Extrudaten geringer haltbar sind. Extrudate sind günstiger als Pellets.
Als Alleinfutter sind Pellets und/oder Extrudate aufgrund der o.g. Folgen für bislang gesunde Vögel ungeeignet. Als Zusatzfutter können sie jedoch angeboten werden, auch im Hinblick darauf, dass evtl. später auftretende Krankheiten eine gänzliche Umstellung auf Alternativfutter erforderlich machen. Die verschiedenen Sorten der Alternativfutter sind nicht speziell für nur eine Vogelart entwickelt worden.


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