|
Geschrieben von: Martina
|
|
Dienstag, den 29. Dezember 2009 um 14:13 Uhr |
|
Egal, wo der Nymphensittich gekauft wurde, kann er Träger von ansteckenden Krankheiten sein. Dabei ist es egal, ob der Vogel aus einer Zoohandlung, vom Züchter, Tauschbörse, Privatperson oder aus dem Tierheim kommt.
Gerade in Streßsituationen (ein Umzug ins neue Zuhause ist Streß für einen Nymphensittich) können Krankheiten ausbrechen, die bis dato nicht erkennbar waren. Eine Ankaufsuntersuchung ist nicht teuer. Bringt der neue Vogel Krankheiten mit, die nicht erkannt werden und somit den ganzen Schwarm befallen, können die TA-Kosten schnell in die Höhe schlagen.
Der neue Nymphensittich muss in Quarantäne gehalten werden, bis vom TA der Befund kommt, dass das Tier gesund ist. Quarantäne heißt nicht, den neuen Vogel im eigenen Käfig neben den bereits vorhandenen Käfig und dessen Insasse zu stellen. Die Unterbringung muss in einem separaten Käfig oder Voliere und in einem anderen Zimmer erfolgen, da Krankheitskeime auf dem Luftwege übertragbar sind.
Bevor der neue Nymphensittich zum Tierarzt gebracht wird, sollte der Kot über drei Tage hinweg gesammelt werden (Sammelkotprobe). Der Kot kann in einem Frischhaltebeutel, in Frischhaltefolie, einem Stuhlprobenröhrchen aus der Apotheke oder in einer leeren Filmdose aufbewahrt werden. Die Behältnisse müssen kühl gelagert werden (Kühlschrank)! Der Tierarzt wird die Sammelkotprobe an ein Labor schicken. Dort wird eine Kultur für Keime, Bakterien und Pilze angelegt.
Der Tierarzt sollte sodann folgende Untersuchungen vornehmen:
- Untersuchung des Allgemein- und Ernährungszustandes
- Kontrolle der Augen-, Kloaken- und Schnabelschleimhäute
- Gewichtskontrolle mittels Wiegen (nicht nur abtasten)
- Gefiederschädlinge
- Direktuntersuchung des Kotes (Flagelaten z.B. können nur im frisch ausgeschiedenen Kot erkannt werden) sowie Anfärbung des Kotes (Megabakterien); Parasiten (Spulwurmeier)
- Kropfspülprobe (Trichomonaden lassen sich nur in einer frischen Spülprobe nachweisen, da sie dann noch beweglich sind)
- Kropfspülprobe genau wie die Kotsammelprobe ins Labor schicken zwecks Kulturanlegung (mykologische, virologische und bakterielle Erreger)
- Test auf Psittakose, PBFD und Polyoma, da diese Erkrankungen in der letzten Zeit leider vermehrt auftreten
- Viren können nicht bei einer Kropfspülprobe festgestellt werden. Diese erkennt man nur mittels PCR, für welche man Genmaterial aus Federn oder Blut benötgt.
 |
|
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 14. April 2011 um 13:45 Uhr |