Der Nymphensittich, auch Nymphicus hollandicus genannt, ist in freier Wildbahn ausschließlich in Australien beheimatet.
Neben dem Wellensittich (Melopsittacus undulates) ist er heutzutage einer der beliebtesten Vögel für die Zucht und Heimtierhaltung in der ganzen Welt.

Einführung:
Der australische Sittich verfügt über eine kleine Haube, sein Körper ist schlank mit einem abgestuften Schwanz und langen, spitzen Flügeln. Das breite weiße Band auf der Flügeloberseite hat eine spezielle Diagnose-Funktion, damit die Nymphen sich beim Flug in der freien Wildbahn am Schwarm orientieren können. Vom Schnabel bis zur Schwanzspitze misst er etwa 30 cm.
Nachfolgend sind einige Gründe für die Popularität der Nymphensittiche als Heimvogel aufgeführt:
1. sein ansprechendes Aussehen und sein aufgewecktes Temperament;
2. er ist ein langlebiger Vogel;
3. die Möglichkeit ihn zu züchten und die dadurch entstandene Vielzahl von Farben und Farbkombinationen, haben ihn bei vielen Vogelzüchtern in der ganzen Welt besonders beliebt gemacht;
4. er kann als Hausvogel sehr zutraulich sein und mit seiner vertauensseligen Art viele Herzen erobern;


Beschreibung des Nymphensittichs:
Es gibt heutzutage viele Mutationen und Farbkombinationen welche durch Züchtungen in den vergangenen Jahren entstanden sind. Auch in der Wildbahn gibt es teilweise Veränderungen in dem ursprünglichen Aussehen der Nymphensittiche. Dies ist auf eine natürliche Verpaarung mit entflogenen Haustier- Nymphen zurückzuführen.
Das wildfarbende Männchen ist in der Natur dunkelgrau mit einem leuchtend gelben Kopf mit kräftigen orangefarbenen Wangenflecken.
Das Weibchen ist, im Vergleich zum Männchen, eher unscheinbar und verfügt nicht über die leuchtenden Kopffarben, sondern hat eine gelb-weiße Fischgrätenmusterung auf der Unterseite der Schwanzfedern.
Das Durchschnittsgewicht dieser Wildnymphen beträgt etwa 75 – 85 Gramm.
Die Jungtiere sehen den Weibchen sehr ähnlich. Erst nach der Jungmauser mit etwa 6 Monaten ist genauer zu erkennen ob es sich um ein Weibchen oder ein Männchen handelt. Bei den Männchen färbt sich die Gesichtsmaske um, bei den Weibchen bleibt das Gesicht
Dies gilt jedoch nur bei der wildfarbenden Spezies. Bei anderen Farbmutationen, wie zum Beispiel die Schecken, ist nur durch das Verhalten zu erkennen um welches Geschlecht es sich handelt.


Verbreitung in der Natur:
Der Nymphensittich gehört zu der Familie der Kakadus und ist überwiegend im Norden und Zentrum des australischen Kontinents vorzufinden. Die Nymphen führen ein nomadisches Leben und ernähren sich von Gräsern und Saaten. Sie ziehen zu Gebieten, wo es genug Wasser und Futter gibt, bis diese erschöpft sind und der Sittich neue Gegenden suchen muss.
Abgesehen vom Norden und Zentrum wurden Nymphensittiche auch im Süden und an den Küstengebieten des Landes gesichtet. Vereinzelt wurde auch schon von Sichtungen in der Nähe von dichter besiedelten Städten berichtet. Dies ist nicht der normale Lebensraum der Nymphen und es wird davon ausgegangen, dass sich die Vögel dorthin bei der Futtersuche „verirrt“ haben.
Der Nymphensittich ist nur in Australien in der freien Wildbahn anzutreffen, wo sich das Futterangebot seit der europäischen Besiedlung im Jahre 1788 nicht nennenswert verändert hat. Sichtungen von Nymphensittichen in Deutschland und anderen Ländern ist auf das Entweichen, oder freilassen der dort als Haustier gehaltenen Sittiche, zurückzuführen.

Der natürliche Lebensraum:
Nymphensittiche bewegen sich in Paaren oder Schwärmen fort. Sie bewohnen bewaldete Gebiete und sind selten weit von von Wasserstellen wie Seen oder Flüssen anzutreffen. Das wüstenähnliche Inland des australischen Kontinents bedeutet, das Wasser nicht leicht zu finden und nur in Maßen vorhanden ist. Daher sind die Nymphies oft in der Nähe von ökologischem Getreideanbau vorzufinden.
Nymphensittiche sitzen gerne absolut ungeschützt und in Längsrichtung auf toten Ästen an der Spitze des Baumes, wo ihre graü Färbung sich optisch mit der Farbe der toten Zweige angleicht. Dadurch ist der Nymph für eventuelle Feinde fast unsichtbar.
Fütterungsverhalten und Brüten in der Natur:
Die Nymphen ernähren sich überwiegend von Samen der Gräser, Sträucher oder Bäume und von Getreide, Früchten und Beeren. Sie fallen auch die Ernten der Farmer an, vor allem Hirse und Sorghum sind ihre Favoriten und können dabei erhebliche Schäden verursachen, wodurch diese Sittiche bei den Bauern in Australien als Plage angesehen werden.
Der Nymphensittich ist ein Höhlenbrüter und baut sein Nest zum Beispiel in einem hohlen Baum, oft in einem Eukalyptus. Die Eier werden auf weichem Untergrund gelegt, welcher teilweise aus morschem Holz und Gras besteht. Sowohl die Männchen als auch die Weibchen wechseln sich beim Brüten ab, während bei den meisten anderen australischen Papageien ausschliesslich die Weibchen die Eier bebrüten.
Flug und Lockrufe
Sein Flug in der freien Wildbahn ist sehr schnell und direkt. Der Nymph kann bis zu 70 km in der Stunde fliegen und dabei weite Strecken des Wüstenlandes zurücklegen. Der charakteristische Kontaktruf, der regelmäßig im Flug abgegeben wird ist ein eindringliches und anhaltendes Queel-Queel. Ansonsten ist der Nymphensittich ein sehr geräuschloser Vogel, der außer eindringlichen Suchrufen beim Verlust des Sichtkontaktes mit dem Schwarms kaum Töne von sich gibt.
Beim Brüten geben die Sittiche ein fauchendes Geräusch von sich wenn sie Gefahr wittern, ein Verhalten welches sich der Nymphensittich mit anderen Kakadus teilt.
Mutationen:
Es gibt eine Vielzahl von Mutationen und folgende Punkte sollten bei der Züchtung beachtet werden:
1. Es ist wichtig, das der normale, wilde, graue Nymphensittich weiter gezüchtet wird, damit der „natürliche“ Nymph in der Vogelzucht nicht verlorgen geht
2. Da so viele Farb und Grössen Variationen gezüchtet wurden, sollte der „natürliche“ Nymph als Leitfaden für sowol die Grösse als auch die Qualität der Züchtungen genommen werden.
Wir danken http://www.cockatielmania.com/WILD_COCKATIELS.php und http://www.mdahlem.net/birds/12/cockatl.php für die Zurverfügungstellung der Photos.